Amsterdam, Berlin und Klagenfurt waren dieses Jahr die Orte, an denen meine Konferenzen stattfanden. 3 Konferenzen in 5 Wochen – das ist auch fĂŒr mich ein Reisemarathon 😉 Insgesamt spannende Erfahrungen, interessante GesprĂ€che, neue Kontakte und am Ende war ich froh doch wieder im eigenen Bett schlafen zu können. Warum die Umweltinformatiker ihre Konferenzen so nah beieinander gelegt haben, verstehe ich immer noch nicht…

Aber mal von Anfang an (es folgt ein eher persönlicher Konferenz-RĂŒckblick, fĂŒr fachliche Inhalte sei auf die Proceedings und Websites verwiesen :)):

4th ICT4S 2016, Amsterdam

Die ICT4Sustainability-Conference war dieses Jahr in zwei Workshop-Tage und zwei Konferenz-Tage eingeteilt – eine sinnvolle Aufteilung, wie ich finde. Montags fand der „GInSEnG“-Workshop statt – Green IN Software Engineering. Hier gingen wir u. a. der Frage nach, wie wissenschaftlichen Ideen mehr in die Praxis einfließen können und umgekehrt, wie praktische Erfahrung in der Wissenschaft aufgegriffen werden kann. Eine spannende Diskussion, die in einem gemeinsamen Schreibprojekt weitergefĂŒhrt werden soll (bisher aber zu keiner Lösung fĂŒhrte). Besonders beeindruckend fĂŒr mich: die Moderatoren der Diskussionsrunde fragten mich, ob sie mein Paper als Input fĂŒr die Discussion nehmen können!

Am 2. Tag (einem der beiden Konferenz-Tage) stellte ich zum ersten Mal ein wissenschaftliches Poster vor – meine Meinung dazu: es ist noch Luft nach oben, aber ich will ja auch noch etwas lernen 😉 Wie gut, dass man als Nachwuchswissenschaftler noch einen kleinen Bonus hat, auch wenn ich, wie eine Kollegin meinte, schon zu den „alten Hasen“ auf der Konferenz gehöre.

Ist eine Konferenz nicht dann besonders schön, wenn die eigene Arbeit prÀsentiert ist und Zeit ist, sich auf die BeitrÀge der anderen zu konzentrieren? Finde ich schon! Und hab ich dann auch gemacht: Keynotes, ConverStations und am letzten Tag noch einmal zwei spannende Workshops zu Zukunftsfragen und dem Energieverbrauch durch IKT.

Fazit: Interaktive Konferenz – wieder musste ich an einen Satz aus dem letzten Jahr denken „Ich bin noch nicht mal dazu gekommen, Mails zu beantworten, was ich sonst immer auf Konferenzen mache“ (nicht von mir) – mit vielfĂ€ltigem Austausch, fĂŒr mich hilfreichem Feedback und in beeindruckendem Ambiente. Die Stadt? Schön, wuselig und eine Reise wert. Das Wetter? Schöner SpĂ€tsommer. Das Hotel? Auf einem Hostel-Schiff! Übrigens ein gutes Small-Talk-Thema beim Conference-Dinner 😉

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30th EnviroInfo 2016, Berlin

Die Konferenz der Umweltinformatik gibt es jetzt bereits 30 Jahre, fĂŒr mich war es die 5. EnviroInfo: Dessau 2012, Hamburg 2013, Oldenburg 2014, Kopenhagen 2015 und jetzt Berlin – ich weiß nicht, welches „JubilĂ€um“ mich persönlich mehr beeindruckt. (Wie war das mit dem „alten Hasen“?). Und ich hatte in diesem Jahr auch eine Art „DĂ©jĂ -vu“:

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DĂ©jĂ -vu! 3 Urkunden, 4 Herren an meiner Seite, bitte lĂ€cheln & freuen 🙂

Ja, ich mag die Umweltinformatik Community, nicht (nur) weil sie mir bereits zwei mal Awards ermöglicht hat, sondern weil es sich immer ein bisschen mehr wie ein Klassentreffen anfĂŒhlt, zu dem man gerne geht. Man trifft sich, weiß so etwa, was die Kolleg*innen machen, erfĂ€hrt ĂŒber deren neue Arbeiten oder Projekte, freut sich ĂŒber neue Wissenschaftler*innen in dem Kreis und lĂ€sst sich von VortrĂ€gen inspirieren fĂŒr die eigene Arbeit. So ging (und geht) es zumindest mir. Persönlich hat es mir gut gefallen, dass es dieses Jahr nicht nur die klassischen Paper Sessions gab, sondern zwischendurch auch ConverStations, die das ganze etwas auflockerten.

Was von der JubilĂ€ums-EnviroInfo hĂ€ngen bleibt: mein erster eigener Workshop (schade nur, dass es bei der Vorbereitung so schwer war PhD Students zu finden, die etwas einreichen wollten und dass dann auch noch 2/5 der Vortragenden krank waren; wir haben auch so genetzwerkt, was mich optimistisch macht fĂŒr den weiteren Doktoranden-Austausch), das Conference Dinner auf dem Schiff, die Erkenntnis, warum es Doktorvater heißt und – Spaß muss sein! – das gemeinsame Singen von „My Bonnie is over the Ocean“ und bei jedem B aufstehen bzw. hinsitzen. Herrliches Bild!

Fazit: Gute Mischung aus Konferenz-Formaten – mal traditionell, mal modern. Umfangreiches Themenspektrum und auch den Social Part sehr gut integriert 🙂 Die Stadt? Je öfter ich hier bin, desto besser kenn ich mich aus. Die htw hat einen eigenen Strand!! Das Wetter? Toller herbstlicher Sonnenschein. Das Hotel? Willkommen bei Freunden 🙂

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47. INFORMATIK 2016, Klagenfurt

Die Jahrestagung der Gesellschaft fĂŒr Informatik und mit dem UINW-Workshop (Umweltinformatik zwischen Nachhaltigkeit und Wandel) war auch dieses Jahr die Umweltinformatik wieder dort vertreten. Find ich gut! Der Workshop (wie die letzten 3 Ausgaben) ist nicht besonders groß, bringt aber jedes Jahr neue Interessierte und bietet dadurch eine tolle Möglichkeit a) sich wirklich auszutauschen und b) Themen zu betrachten, die ĂŒber die „klassische Umwelt- und Nachhaltigkeitsinformatik“ (wenn es die denn gibt ;)) hinaus gehen. So z.B. die Frage nach nachhaltigem Design von technischen Produkten, die traditionell auf der Agenda steht.

Ich persönlich mag es den Begriff „Wandel“ im Workshop-Titel wörtlich zu nehmen und zu ĂŒberlegen, was sich vielleicht Neues in das Feld gebracht werden kann. So hab ich dieses Jahr ein Promotionsseminar zu Sustainable Sciences als Inspiration genommen, um mich in meinem Workshop-Paper damit auseinander zu setzen, ob nicht TransdisziplinĂ€re Methoden und Projekte (wird ja ganz groß geschrieben an der Leuphana) auch eine Möglichkeit wĂ€ren fĂŒr den Bereich der Umwelt- und Nachhaltigkeitsinformatik. Persönlich denke ich schon. Mal sehen, was sich daraus noch machen lĂ€sst. Der Austausch am Workshop-Nachmittag ging dann auch um die Frage, wie sich die Disziplin und / oder der Workshop weiterentwickeln können. Spannend und weiter so!

Den Rest der Woche nutzte ich zuerst, gemeinsam mit einem Doktoranden aus Hannover, zum Sightseeing in Klagenfurt (wenn man schon mal Deutschland und Österreich komplett durchquert, sollte man sich auch die Stadt angucken… von dem Besuch vor gut 20 Jahren, weiß ich nicht mehr so viel). Schön ists!

Parallel zur INFORMATIK fand dann noch zwei Tage die Energieinformatik 2016 statt, wobei ich dazu sagen muss, dass es mir persönlich doch etwas zu physisch-technische Themen waren und ich den einen Tag in den Workshop zu „value based Design“ gewechselt hab. FĂŒr mich die richtige Entscheidung verbunden mit neuen Inspirationen 🙂

Fazit: Einen Tag mit einem etwas anderen Austausch zur Umweltinformatik in sehr angenehmer Runde und dann (wieder) entdecken, wie viele Themenfelder sich doch rund um die Informatik auf tuen – spannende Einblicke und ein wenig im Kontrast zu Amsterdam und Birkenfeld. Die Stadt? Eher ein Dorf (von der Struktur), Urlaubsfeeling dank See, der in der Mittagspause zu Fuß zu erreichen ist.  Das Wetter? Noch immer so schön warm. Das Hotel? In Ordnung und gut zwischen Uni und Bahnhof gelegen, nur etwas in die Jahre gekommen.

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