… und trotzdem nahm ich an beiden Eröffnungsveranstaltungen des neuen Zentralgebäudes an der Leuphana teil: 1. Als FGV Promotion hatten fünf von sechs Personen eine Einladung zum offiziellen Festakt zur Eröffnung des teils umstrittenen und dennoch beeindruckenden Gebäudes bekommen. Ich nicht. Meine einzige Erklärung: ich habe kein Postfach an der Uni. Darin unterschied ich mich von den anderen. Dank gutem Netzwerk habe ich auch so von der Einladung erfahren und konnte mich anmelden. 2. Paar Tage später wurden die Mitarbeitenden der Uni zur Eröffnung eingeladen. Stipendiaten sind nicht auf den Mitarbeiter-Verteilern. Da ich vorab ein Treffen mit Vertretungen des Mittelbaus (die sind wir als FGV und PV dann ja doch) hatte, schloß ich ich den „wahren“ Mitarbeiter*innen an und ging zur zweiten Eröffungsfeier. Schon aus Prinzip. Andere gingen aus Prinzip nicht. Mir war „nimm die Chancen, die du bekommst“ wichtiger als ein Trotz – verstehen kann ich aber auch diejenigen, die wegblieben.

Es zeigte sich die (Zwei)klassengesellschaft und die Bedeutung von Hierarchien in einer Universität.

Samstag, 11.3.2017: Feierlicher Festakt mit den „VIPs“ Geladen waren Finanzierer, Stadt-Land-Kreis-Prominenz, Politik, Professoren, universitäre Vertretungen. Erschienen sind außerdem Verwandtschaft, gute Bekannte und wichtige Kontakte. Und das war trotz angekündigtem Platzmangel möglich.

Der Festakt war, meiner Meinung nach, wirklich gelungen: eine Mischung aus Reden – mal ernst, mal sachlich, mal kritisch, mal heiter („Sonntag, 21:30 Uhr: Ist es der Gärtner oder der Hausherr, nein es ist der Spoon [der zu bester Tatortzeit noch anruft]“) – Musik, Kultur, Filmen und Fotos. Im Anschluss eine Einladung zu Leuphana-Drink, Erfrischungsgetränken und einer exklusiven Auswahl an verschiedenen Suppen. Alles in hoch festlichem Ambiente im großen Saal und neuem Foyer.

Sogar die Tagesschau berichtete:

Screenshot: Bericht der Tagesschau zur Eröffnung des Zentralgebäudes

Mittwoch, 15.03.2017: Eröffnungsfeier für Mitarbeitende Vorab oft kritisiert wurde bei den Einladungen zwischen Professorenschaft und „sonstigen Angestellten“ unterschieden – sicherlich wäre ein FCFS-Prinzip hier für alle Hochschulangehörigen sinnvoller gewesen. Nun denn, es gab immerhin auch eine Veranstaltung für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Aus meiner Sicht allerdings etwas unglücklich, dass gleich nach Betreten des neuen Gebäudes offensichtlich war, dass es sich um eine „nachgelagerte 2.-Klasse-Veranstaltung“ handelte. Keine Getränke zur Begrüßung, nur Wasser zum Imbiss, der aus nur zwei verschiedenen Suppen bestand, die leider nicht für alle reichten (abgesehen davon, dass versprochene Grießklößchen und Crotouns schon leer waren). Ich gebe zu, dass letzteres kaum umsetzbar ist, wenn es noch mehr Gäste wie mich gab, die gar nicht eingeladen waren. Dennoch: die Vielfalt des Angebots wird wohl nicht davon bedingt.

Dass der Rede-Teil wesentlich komprimierter war, fand ich vollkommen in Ordnung. Bericht der Bauprojektleiterin und Erfahrungsbericht eines „Miterstbewohners“ waren eine andere, interessante Perspektive im Vergleich zu den politisch-geschichtlich-gesellschaftlichen-feierlichen Reden von Samstag. Ob es geschickt war, mit einem Film quasi auf dem Silbertablett zu präsentieren, was die Anwesenden an Feierlichkeiten verpassten, mag diskutiert werden.

Spannender als Getränke und großem Imbiss fand ich persönlich letztendlich eh die Möglichkeit sich das Gebäude anzuschauen, die schiefen Wände und teils beschränkten Ausblicke auf sich wirken zu lassen und sich innerhalb der verschiedenen Zentren zu verirren. Denn da kann ich absolut zustimmen: „Alle, die das Gebäude zum ersten Mal betreten, verstehen es nicht.“ Lässt sich hoffen, dass das noch fehlende Leitsystem dem Abhilfe schafft… Eigentlich schade nicht zu einem der Promotionskollegs zu gehören, die im Forschungszentrum ihre Büros beziehen können.

Zur Erinnerung: Die FGV Promotion auf dem Roten Teppich im neuen Zentralgebäude. Das Foto entstand zu Beginn der feierlichen Eröffnung am Samstag.