Nachdem ich mich letzte Woche am Montag und am Freitag mit Kompetenzen, die während einer Promotion ausgebildet werden (können) beschäftigte, möchte ich diese neuen, ermutigenden Erkenntnisse teilen. Warum? Promovieren, Doktortitel, Wissenschaft – das alles mag vielleicht hochkomplex und womöglich kompetent erscheinen. Danach gefragt, was denn die Promotion einem gebracht hat, fällt es  dennoch vielen schwer ihre eigene Leistung auch anzuerkennen. Insbesondere dann, wenn sie raus aus der Wissenschaft wollen. Plötzlich erscheinen all diejenigen, die in den Jahren, in denen wir noch so rumdokterten, wesentlich erfahrener und kompetenter. Sind sie sicherlich in vielerlei Hinsicht auch.

Aber – so die motivierende Erkenntnis aus meinem Bewerbungscoaching im Rahmen des Mentorings und dem letzten Seminar aus dem Weiterbildungsstudium – die Promotion hilft eben doch auch bei der Ausbildung von Kompetenzen, die auch außerhalb der Wirtschaft nicht unbedeutend erscheinen.

  • Da wären zum einen die fachlichen Kompetenzen, das Fachwissen: wir haben alle mal irgendwas studiert und dabei etwas gelernt, sehr unterschiedlich und das ist auch gut so.
  • Nicht zu unterschätzen die Sozialkompetenzen: viele von uns arbeiten in einem Team, hilfreich wenn einem Teamfähigkeit nicht fern liegt. Besonders spannend finde ich, wenn gemischte Gruppen zusammenkommen: da sind alle Teilnehmenden gefordert ihre interkulturellen Kompetenzen zu entwickeln und sich zu bemühen auch mal außerhalb der Grenzen seiner eigenen Disziplin – interdisziplinär – zu denken. Spätestens in der Lehre, die für viele von uns zur Promotionszeit dazugehört, übernehmen wir Leitungs- und Organisationsaufgaben und sollten uns entsprechend an unser jeweiligen Zielgruppe orientieren.
  • Wir erwerben eine Methodenkompetenz, teils auch bekannt als Schlüsselqualifikationen: hierzu zählen Management-Aufgaben, sei es ein Projekt – die Promotion als solche und sicherlich auch die ein oder anderen Nebenschauplätze – oder das Wissen zu managen. Und alles in allem, ohne das geht es oft gar nicht mehr, sind wir auch gezwungen oder motiviert eine gewisse Medienkompetenz zu erwerben.
  • So eine Doktorarbeit zu schreiben hat außerdem jede Menge mit Selbstmanagement zu tun: am besten zielorientiert mit dem Ziel die Promotion (erfolgreich) abzuschließen. Promovierende müssen sich oft selbst motivieren um eine gewisse Leistung zu zeigen (Leistungsbereitschaft),  möglichst immer am „Zahn der Zeit“ agieren (Innovationsorientierung), dabei die Neugierde nicht verlieren, trotz einer Zielstrebigkeit aber auch bitte flexibel sein, dran bleiben, wenn es mal nicht so gut läuft (Frustrationstoleranz)… und das alles möglichst mit hohem Verantwortungsbewusstsein – sei es der eigenen Herausforderung gegenüber oder den übertragenen (Betreuungs-)Aufgaben.

Gar nicht so leicht so „rumzudoktern“ 😉 Aber: am Ende sind wir dann scheinbar auch recht kompetent. Wie gut, dass auch mal so vor Augen geführt zu bekommen.