Nein, bin ich nicht. Aber auch so hatte ich jetzt die Gelegenheit eine Woche lang wieder zur Schule zu gehen. Mein Fazit: anstrengend, aber toll! 🙂 Der Raiffeisen-Campus Dernbach, privates Gymnasium im Westerwald, wurde fĂĽr einen Tag zur Hochschule (Schulfest = Hochschultag). Aus Lernerinnen und Lernern wurden Junior-Profs, Verwaltungsangestellte und Mensa-Team , das Lehrerkollegium erschien in „Studentenklamotten“, statt Klassenzimmern gab es Workshop-Räume und PrĂĽfungsamt. Verkehrte Welt? Vielleicht. Verkehrt wĂĽrde ich es aber nicht nennen, dass die Kids so die Chance hatten ihre Themen zu präsentieren, ihre eigenen Workshops zu entwickeln, den Gästen ihr Wissen zu vermitteln.

Das ganze wurde im Rahmen von Projekttagen vorbereitet. Genauer gesagt, fand der Wandel innerhalb von 2 1/2 Tagen statt und ich bin beeindruckt, was in der Zeit auf die Beine gestellt wurde! Begeistert bin ich von den Kids, ihrer Hilfsbereitschaft, Bereitschaft mitzumachen und sich einzulassen. Hatte ich vorher schon Respekt vor Lehrerinnen und Lehrern, habe ich ihn jetzt umso mehr. GefĂĽhlt den ganzen Tag Fragen zu beantworten und möglichst immer neue Aufgaben, Anregungen, Vorschläge parat zu haben – da ist frau am Ende des Tages platt. Und zufrieden 🙂 RĂĽckblickend war die Woche – und insgesamt die Tage am Campus meiner Schwester* – eine tolle Erfahrung. FĂĽr mich war es 6 Tage lang eine andere Welt.

Wie ich ĂĽberhaupt dazu kam? Meine Schwester wusste, dass ich gerne Projekte manage und als das Motto fĂĽr das Schulfest auf „Hochschule“ fiel, hat sie wohl gedacht, dass ich mich an Hochschulen auskenne. Kann man wohl meinen, nachdem ich die 20-Semester ĂĽberschritten habe. Mich hat’s gefreut! Und erst recht, dass ich mich in der Lehrer Lounge und insgesamt in der Schule sehr wohl gefĂĽhlt habe.

FĂĽr mich war es auĂźerdem wie „in guten alten Zeiten“ aus zwei GrĂĽnden: a) ich ging jeden Morgen mit meiner Schwester in die Schule, es war von „Kerns“ die Rede und wir wurden verglichen – am Ende der Woche tauften sie mich „Kern 2.0“. b) Workshops vorbereiten, Menschen beschäftigen, Organisieren, einen Schritt weiter denken – das ist quasi Flying Days O-Team!

Hinterher fallen einem ja immer Dinge auf, die hätten besser laufen können, aber nicht zu ändern. Um es in den Worten des projektleitenden Lehrers zu sagen: „Können wir uns einfach darauf einigen, dass wir ein saustarkes Team waren?!“ Ja, hat SpaĂź gemacht.

Und das ist wieder so ein Moment, wo ich es genieße als Informatikerin (wer arbeitet da schon in einer Bib und braucht Papier-Literatur?!) und Promotionsstipendiatin so zeit- und ortsungebunden promovieren zu können!

*mein Campus ist und bleibt der UCB!