Nein, bin ich nicht. Aber auch so hatte ich jetzt die Gelegenheit eine Woche lang wieder zur Schule zu gehen. Mein Fazit: anstrengend, aber toll! ­čÖé Der Raiffeisen-Campus Dernbach, privates Gymnasium im Westerwald, wurde f├╝r einen Tag zur Hochschule (Schulfest = Hochschultag). Aus Lernerinnen und Lernern wurden Junior-Profs, Verwaltungsangestellte und Mensa-Team , das Lehrerkollegium erschien in „Studentenklamotten“, statt Klassenzimmern gab es Workshop-R├Ąume und Pr├╝fungsamt. Verkehrte Welt? Vielleicht. Verkehrt w├╝rde ich es aber nicht nennen, dass die Kids so die Chance hatten ihre Themen zu pr├Ąsentieren, ihre eigenen Workshops zu entwickeln, den G├Ąsten ihr Wissen zu vermitteln.

Das ganze wurde im Rahmen von Projekttagen vorbereitet. Genauer gesagt, fand der Wandel innerhalb von 2 1/2 Tagen statt und ich bin beeindruckt, was in der Zeit auf die Beine gestellt wurde! Begeistert bin ich von den Kids, ihrer Hilfsbereitschaft, Bereitschaft mitzumachen und sich einzulassen. Hatte ich vorher schon Respekt vor Lehrerinnen und Lehrern, habe ich ihn jetzt umso mehr. Gef├╝hlt den ganzen Tag Fragen zu beantworten und m├Âglichst immer neue Aufgaben, Anregungen, Vorschl├Ąge parat zu haben – da ist frau am Ende des Tages platt. Und zufrieden ­čÖé R├╝ckblickend war die Woche – und insgesamt die Tage am Campus meiner Schwester* – eine tolle Erfahrung. F├╝r mich war es 6 Tage lang eine andere Welt.

Wie ich ├╝berhaupt dazu kam? Meine Schwester wusste, dass ich gerne Projekte manage und als das Motto f├╝r das Schulfest auf „Hochschule“ fiel, hat sie wohl gedacht, dass ich mich an Hochschulen auskenne. Kann man wohl meinen, nachdem ich die 20-Semester ├╝berschritten habe. Mich hat’s gefreut! Und erst recht, dass ich mich in der Lehrer Lounge und insgesamt in der Schule sehr wohl gef├╝hlt habe.

F├╝r mich war es au├čerdem wie „in guten alten Zeiten“ aus zwei Gr├╝nden: a) ich ging jeden Morgen mit meiner Schwester in die Schule, es war von „Kerns“ die Rede und wir wurden verglichen – am Ende der Woche tauften sie mich „Kern 2.0“. b) Workshops vorbereiten, Menschen besch├Ąftigen, Organisieren, einen Schritt weiter denken – das ist quasi Flying Days O-Team!

Hinterher fallen einem ja immer Dinge auf, die h├Ątten besser laufen k├Ânnen, aber nicht zu ├Ąndern. Um es in den Worten des projektleitenden Lehrers zu sagen: „K├Ânnen wir uns einfach darauf einigen, dass wir ein saustarkes Team waren?!“ Ja, hat Spa├č gemacht.

Und das ist wieder so ein Moment, wo ich es genie├če als Informatikerin (wer arbeitet da schon in einer Bib und braucht Papier-Literatur?!) und Promotionsstipendiatin so zeit- und ortsungebunden promovieren zu k├Ânnen!

*mein Campus ist und bleibt der UCB!